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Das Gute, das Schlechte und das Inspirierende

Das Gute, das Schlechte und das Inspirierende

Lieferketten von Gold verstehen

Gold ist mehr als ein Material. Es erzählt von Menschen, Orten und Verantwortung. Hinter jedem Schmuckstück steht ein globales Netzwerk aus Minenarbeiter:innen, Raffinerien, Händler:innen und Manufakturen. Verantwortung bedeutet in diesem Zusammenhang, zu verstehen, woher Materialien stammen, wer Teil dieses Prozesses ist und wie wir gemeinsam zu faireren Praktiken beitragen können.

Die aktuellen Entwicklungen im Sudan und die anhaltende Diskussion um sogenanntes „Konfliktgold“ haben erneut die seit Langem bestehenden sozialen und ethischen Herausforderungen in der Goldlieferkette in den Fokus gerückt. Wir möchten deshalb dazu beitragen, die komplexen Zusammenhänge besser zu verstehen und Verantwortung als gemeinsamer Standard unserer Branche weiter zu stärken.

Unsere ESG-Managerin Alessandra bringt langjährige Erfahrung im Bereich der Sorgfaltspflicht in Mineralienlieferketten mit. Bevor sie zu BRUNA kam, unterstützte und auditierte sie Unternehmen entlang der gesamten Lieferkette, beriet die britische Regierung für die Umsetzung der EU-Konfliktmineralien-Verordnung und arbeitete an der Entwicklung gemeinsamer Branchenstandards mit. Gemeinsam mit Alessandra möchten wir deshalb einen Einblick in dieses wichtige Thema und ihre Arbeit bei BRUNA geben.

Verantwortung in komplexen Systemen

Gold ist ein wertvolles, aber auch sensibles Material. In bestimmten Regionen kann der Abbau mit Menschenrechtsverletzungen oder der Finanzierung von Konflikten in Verbindung stehen, wie im Sudan. Es liegt in der Verantwortung von Unternehmen, diese Risiken zu erkennen, zu bewerten und ihnen aktiv entgegenzuwirken.

Deshalb haben wir ein Sorgfaltspflichtsystem eingeführt, das sich an den Empfehlungen der OECD Due Diligence-Leitlinien für verantwortungsvolle Lieferketten von Mineralien aus Konflikt- und Hochrisikogebieten orientiert. Diese Leitlinien gelten als internationaler Best-Practice-Standard und bilden die Grundlage vieler gesetzlicher und freiwilliger Rahmenwerke – darunter die EU-Konfliktmineralienverordnung, die LBMA Responsible Gold Guidance und der Responsible Jewellery Council (RJC) Code of Practices.

Unser Beschaffungsansatz

Bei BRUNA arbeiten wir hauptsächlich mit zwei Produktionspartnern in Thailand und Italien. Beide arbeiten mit recyceltem Gold von RJC-zertifizierten Raffinerien, die nach dem Code of Practices (COP) und dem Chain-of-Custody (COC) Standard zertifiziert sind. Einige wenige ausgewählte Schmuckstücke aus Solid Gold werden von zwei kleineren Herstellern in Italien gefertigt, die ihr Gold von drei in Italien ansässigen, RJC COP- und COC-zertifizierten Raffinerien, einem Recycler in Vicenza oder italienischen Banken beziehen. Im Abschnitt „Follow Your Jewelry“ auf unserer Website lässt sich für jedes Schmuckstück nachvollziehen, woher die verwendeten Materialien stammen und wie sie verarbeitet wurden.

Verantwortung im Kleinbergbau

Auch wenn wir überwiegend mit recycelten Materialien arbeiten, sind wir uns der Bedeutung des handwerklichen und kleingewerblichen Bergbaus (Artisanal and Small-Scale Mining, ASM) bewusst. Dieser trägt rund 20 Prozent zur weltweiten Goldförderung bei und sichert Millionen Menschen ihren Lebensunterhalt – häufig jedoch unter herausfordernden Bedingungen wie unsicheren Arbeitsverhältnissen, dem Einsatz von Quecksilber, unzureichender Bezahlung oder in konfliktbetroffenen Regionen.

Uns ist es wichtig, zu einer positiven Veränderung innerhalb dieses Systems beizutragen, auch wenn wir kein Gold direkt aus ASM-Minen beziehen. Deshalb arbeiten wir mit The Impact Facility (TIF), einem Sozialunternehmen aus Kenia, zusammen. 2024 haben wir an der Entwicklung und Pilotphase des Responsible Gold Credit Programme mitgewirkt – einer Initiative, die es Marken wie uns ermöglicht, in bessere Arbeitsbedingungen und umweltfreundlichere Praktiken in Kleinbergbaugemeinschaften zu investieren. Solche Programme sind entscheidend, um langfristig verantwortungsvolle Strukturen aufzubauen und die wirtschaftlichen sowie sozialen Bedingungen zu verbessern, die Instabilität und Konflikte in rohstoffreichen Regionen begünstigen können.

Lernen, verstehen, verbessern

Als Schmuckmarke wollen wir unsere Lieferketten kennen, sie hinterfragen, daraus lernen und gemeinsam mit vertrauenswürdigen, zertifizierten Partnern dazu beitragen, sie zu verbessern – denn Verantwortung beginnt mit Verständnis. Aus diesem Grund besuchte Alessandra bereits unsere Hauptproduktion in Thailand, unseren Zulieferer für Edelsteinschliff in Jaipur (Stufe vier unserer Lieferkette) sowie unsere ASM-Projekte in Kenia. Diese Reisen vertiefen unser Verständnis für die Wertschöpfungskette von Schmuck – für die Herkunft unserer Materialien und für die Möglichkeiten, als Marke einen Beitrag zu leisten. Darüber hinaus braucht es aber auch Zusammenarbeit. Deshalb sind wir der Watch and Jewellery Initiative 2030 beigetreten und offen für Partnerschaften, die genau da ihre Wirkung entfalten, wo sie gebraucht werden. 

FORTSETZUNG FOLGT…